Türkei Wirtschaft
Die Wirtschaft der Türkei hat sich seit Beginn der Achtziger Jahre glänzend entwickelt. So betrug das jährliche Wachstum der letzten 28 Jahre im Schnitt satte 5 Prozent. In den Neunziger Jahren hatte die türkische Wirtschaft noch mit astronomisch hoher Inflation zu kämpfen, die oft im dreistelligen Bereich lag. Die Währung verlor jedes Jahr beträchtlich an Wert. Doch die extreme Inflation ist kein dramatisches Thema mehr in der Türkei. Wirtschaft und Währung verlaufen in stabilen Bahnen, im Jahr 2007 betrug die Inflationsrate etwa 7,3 Prozent.
Istanbul und andere Großstädte dominieren die türkische Wirtschaft
Allen voran die gewaltige Metropole Istanbul gilt als Wachstumsmotor der türkischen Konjunktur. Istanbul hat sich zum Synonym westlicher Industrialisierung entwickelt. Neben dem wichtigsten Wirtschaftssektor Textil, haben sich diverse Industriezweige rund um die Metropole angesiedelt: Elektro-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie Nahrungsmittelindustrie tragen bereits einen wesentlichen Anteil am Wachstum. Eigentlich noch wichtiger sind die Dienstleistungsbranchen in Istanbul: Handel, Tourismus und Banken tragen erheblichen Anteil am Wohlstand der Stadt bzw. der gesamten Wirtschaft in der Türkei. So ist Istanbul auch klar das Börsen- und Finanzzentrum der türkischen Nation.
Auch die anderen Städte wie etwa Izmir, Bursa und natürlich die Hauptstadt Ankara gehören zu den Gewinnern des neuen Wohlstands. In und um Ankara ist der wichtigste Sektor der Nahrungsmittelzweig. Tee, Tabak, Dill und Zucker wird im westlichen Anatolien in Mengen verarbeitet, viele der Rohstoffe werden im Norden der Türkei angebaut.
Türkei Reisen puschen die Wirtschaft
Ebenfall prägt der Fremdenverkehr die Wirtschaft der Türkei maßgeblich mit. Im Jahr 2007 kamen über 23 Millionen Urlauber, davon waren fast 20 % deutsche Touristen. Die Reisenden bescheren der Türkei reichlich Devisen, denn im Schnitt lässt jeder Tourist fast 700 Dollar im Land.
Reicher Westen – Armer Osten
Trotz großem Wirtschaftswachstum gibt einige Knackpunkte, die den konjunkturellen Optimismus des Landes dämpfen. In erster Linie profitieren die westlichen Regionen der Nation vom Boom der Wirtschaft. Türkei ist de facto unterteil in den reichen Industriewesten und den armen Osten, so in etwas kann man es auf einen Nenner bringen. Resultierend daraus findet eine Art Völkerwanderung aus den ärmlichen östlichen Gebieten in die reichen Städte des Westens statt, dies führt zu neuen Problemen. In logischer Konsequenz findet noch lange nicht jeder einen Job, es entstehen immer mehr Armenviertel in den großen Städten der Türkei und die Arbeitslosenquote steigt.
Einkommensverteilung in der Türkei
Ein weiteres Manko der Türkei Wirtschaft ist die ungerechte Verteilung des Wohlstands innerhalb der Bevölkerung. Zahlreiche Türken leben knapp an der Armutsgrenze oder sind arm. Obwohl das Bruttosozialprodukt von Jahr zu Jahr stark gestiegen ist, sind kaum neue Arbeitsplätze entstanden, auch die Löhne wurden dem Wachstum fast gar nicht angepasst. Viele türkische Arbeitnehmer arbeiten noch heute (Stand Anfang 2009) auf Mindestlohnbasis, dieser betrug im letzten Jahr etwa 350 Euro pro Monat. So wird die Kluft zwischen arm und reich immer größer, freilich gibt es dieses Problem nicht nur in der Türkei. Jede Wirtschaft eines Landes muss sich dieser Herausforderung stellen, in der türkischen Nation ist die Arm-Reich Kluft aber sehr ausgeprägt.
Türkische Währung
Die Währung der Türkei ist die türkische Lira, sie gibt es seit dem 1.1.2009. Bis zum 31.12.2008 war die Türkei Währung die neue türkische Lira, diese wird noch bis Ende 2009 im Umlauf bleiben. So dass es bis dahin praktisch zwei Lira Währungen in der Türkei gibt, die beide als Zahlungsmittel zugelassen sind. Mittlerweile bekommt man in der Türkei sogar ein Tagesgeldkonto. Mobiltelefon